RAHI / Risk Adjustment in Health Insurance

Das Projekt RAHI untersucht den Wettbewerb zwischen Krankenkassen unter der Bedingung regulierter Prämien. Der Risikostrukturausgleich soll Anreize zur Risikoselektion abmildern oder eliminieren, indem er faire Wettbewerbsbedingungen zwischen Krankenkassen schafft und somit eine effiziente Gesundheitsversorgung fördert. Das Ziel des Projekts ist es zu untersuchen, welche Risikofaktoren zur Verbesserung des Risikostrukturausgleichs geeignet sind.

In der ersten Förderphase erfolgte unter anderem die Adaption von Regressionsbäumen an den Gegenstand des Morbi-RSA sowie eine Studie zu Konzepten eines Hochrisikopools unter den Bedingungen des Morbi-RSA, wodurch ein Beitrag zur Debatte um die Finanzierung der GKV geleistet werden konnte.

Gegenstand der zweiten Förderphase ist die Analyse des bislang wenig untersuchten Zusammenspiels der multiplen Morbiditätsorientierung im deutschen Gesundheitssystem (Morbi-RSA, DRG-System, Weiterentwicklung der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung in der ambulanten ärztlichen Versorgung) mit dem Ziel, Zielkonflikte zwischen sowie innerhalb der Mechanismen zu identifizieren, unerwünschte Effekte wie Anreize für Upcoding, Ineffizienz und Risikoselektion herauszuarbeiten und Vorschläge zu einer entsprechenden Weiterentwicklung der Wettbewerbsordnung vorzulegen. Dabei sollen Reformbeiträge (wie etwa der von Krankenkassen formulierte Vorschlag, von einem prospektiven auf ein zeitgleiches RSA-Modell umzusteigen) vor dem Hintergrund des Zusammenspiels der unterschiedlichen Vergütungsmechanismen beurteilt werden. Daher ist dieses Forschungsvorhabens nicht nur auf wissenschaftliche Publikationen ausgerichtet, sondern zielt auch auf eine Einbindung bzw. Information der gesundheitspolitischen Entscheidungsträger.

Publikationen

  • Schillo, S., Lux, G., Wasem, J. and F. Buchner (2016): High cost pool or high cost groups - how to handel high(est) cost cases in a risk adjustment mechanism? Health Policy, 120(2), 141-147.
  • Biermann, J., Neumann, T., Angermann, C.E., Düngen, H.D., Erbel, R., Herzog, W., Maisch, B., Müller-Tasch, T., Özcelik, C., Pankuweit, S., Pieske, B., Pittrow, D., Regnitz-Zagrosek, R., Scheffold, T., Störk, S., Wachter, R., Gelbrich, G., Wasem, J. and A. Neumann (2012): Resource use and costs in systolic heart failure according to disease severity: a pooled analysis from the German Competence Network Heart Failure. Public Health, 20, 23-30.
  • Greß, S., A. Focke, F. Hessel and J. Wasem (2006): Financial Incentives for Disease Management Programmes and Integrated Care in German Social Health Insurance, Health Pol 78, 295-305.
  • Buchner, F. and J. Wasem (2003): Needs for further Improvement? Risk Adjustment in the German health insurance system. Health Pol 65, 21-35.
  • Jacobs, K., P. Reschke, D. Cassel and J. Wasem (2002): Zur Wirkung des Risikostrukturausgleichs in der gesetzlichen Krankenversicherung. Eine Untersuchung im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit. Nomos, Baden-Baden.